Tarot lernen
Kartenlegen lernen
Tarot ist leichter zu lernen, als die 78 Karten vermuten lassen. Wer die Bildsprache versteht, muss keine Bedeutungen auswendig können.
Was Tarot ist und was nicht
Tarotkarten wurden im 15. Jahrhundert in Norditalien als Spielkarten erfunden. Erst ab dem 18. Jahrhundert wurden sie für Deutungen benutzt. Das Deck, das heute die meisten kennen, entstand 1909: Pamela Colman Smith zeichnete es nach Vorgaben von Arthur Edward Waite. Neu war damals, dass auch die Zahlenkarten Szenen zeigen, die man lesen kann.
Tarot sagt nicht die Zukunft voraus. Die Bilder funktionieren wie ein Spiegel: Sie lenken den Blick auf Themen, die in einer Frage stecken, und helfen, eine Situation aus einem anderen Winkel zu sehen. So verstanden, ist Tarot ein Werkzeug zum Nachdenken, und so ist es auf dieser Seite gemeint.
Der Aufbau des Decks
Die Große Arkana besteht aus 22 Karten mit Namen wie der Narr, der Tod oder die Sonne. Sie stehen für große Themen und Lebensabschnitte. Die Kleine Arkana hat 56 Karten in vier Farben (Stäbe, Kelche, Schwerter, Münzen) und beschreibt den Alltag: Gespräche, Arbeit, Stimmungen, kleine Entscheidungen.
Ein guter Anfang in vier Schritten
- Eine Karte am Tag. Zieh morgens eine Tageskarte und schau abends, wo ihr Thema aufgetaucht ist. Nach einem Monat kennst du die meisten Trümpfe.
- Erst das Bild, dann das Buch. Beschreibe, was du auf der Karte siehst, bevor du die Bedeutung nachliest. Wer schaut die Figur an, wohin geht sie, welche Farben dominieren?
- Notizen machen. Ein kleines Tarot-Tagebuch mit Datum, Frage und Karten zeigt nach einigen Wochen, welche Karten dich begleiten und wie treffend deine Deutungen waren.
- Dann Legungen. Wenn einzelne Karten vertraut sind, probier die Drei-Karten-Legung. Das Keltische Kreuz kommt zuletzt.
Mischen und ziehen
Wie du mischst, ist Geschmackssache: überhand wie bei Spielkarten, auf dem Tisch verteilt oder im Riffle-Verfahren. Wichtig ist nur, dass du dabei an deine Frage denkst. Manche heben danach mit der linken Hand ab, andere fächern die Karten auf und ziehen einzeln. Beides ist üblich.
Wenn du mit umgekehrten Karten arbeiten willst, dreh beim Mischen einen Teil des Stapels. Für den Anfang kannst du Umkehrungen auch weglassen und alle Karten aufrecht lesen.
Häufige Anfängerfehler
- Dieselbe Frage mehrmals legen. Die erste Legung gilt. Wer so lange neu mischt, bis die Antwort gefällt, lernt nichts über die Karten.
- Karten einzeln statt zusammen lesen. Eine Legung ist ein Satz, keine Liste von Wörtern. Achte auf Verbindungen zwischen den Karten.
- Angst vor „schlimmen“ Karten. Der Tod, der Turm und der Teufel beschreiben Umbrüche und Muster, keine Katastrophen. Lies ihre Bedeutung, bevor du dir Sorgen machst.
- Tarot für Entscheidungen nutzen, die Fachleute brauchen. Gesundheit, Recht und Geld gehören zu Ärztinnen, Anwälten und Beratern. Die Karten können dir helfen, deine Gedanken zu ordnen, mehr nicht.